Jerusalem - Eine einflußreiche chassidische-jüdische Gruppe in New York scheint es nach langwierigen Anstrengungen nun zu gelingen, als ersten Nazis überhaupt, den früheren Chef der deutschen Abwehr Admiral Canaris, mit der Auszeichnung "Gerechter unter den Völkern", im israelischen Yad Vashem ein Denkmal zu setzen. Aktuelle Signale aus Israel, u.a. aus dieser Gedenkstätte, lassen darauf schliessen, dass die hohe Ehrung für den Deutschen nur noch eine Frage der Zeit sein könnte. Wilhelm Canaris hatte nachweislich während des zweiten Weltkrieges Juden gerettet, hierunter auch in Warschau den Oberrabbiner Josef Isaac Schneersohn, der den Chassidim vorstand, also jenen Juden welche während des Holocaustes am meisten gelitten hatten und schon seit Jahrhunderten in Mittel- und Osteuropa immer wieder Opfer von Pogromen geworden waren. Gegen die wahrscheinliche Auszeichung für den 1945 durch die SS hingerichteten Canaris gibt sich aber auch Widerstand aus Deutschland und Israel.
Ein Nazi- Held des Holocaustes
"Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt." Und der Kopf der damaligen deutschen Abwehr, Admiral Canaris, hatte nachweislich nicht nur ein jüdisches Leben gerettet. Manche Historiker behaupten sogar, dass der hochrangige Nazi Hunderte Verfolgte vor Repressionen und dem möglichen Tod bewahrte. Für die Fraktion der Rabbiner der einflussreichen Chabad-orthodoxen Gemeinde von Brooklyn (New York) war einer der ranghöchsten Nazis ein Held des Holocaustes und nennt in diesem Zusammenhang die drei notwendige Beispiele bei denen Juden durch den persönlichen und uneigenützigen Einsatz von Canaris dem fast sicheren Tode entkommen waren. Für eine Ehrung in der Gedenkstätte Yad Vashem waren Zeugnisse von Überlebenden des Holocaust gesammelt worden, in welchen sein Name relativ oft vorkam.
Ehrung bisher abgelehnt
Mit dem Antrag aus New York hat das Jerusalemer Institut bisher ein Problem und schon einmal lehnte man die Ehrung des Deutschen ab. In der Begründung hiess es damals, dass Wilhelm Canaris einer der höchsten Offiziere des Nazi-Regimes war und damit kämen Fragen zur Verhältnissmäßigkeit auf, die dem Deutschen eine Medaille als "Gerechter unter den Völkern" verweigern. Ähnlich argumentiert auch zum neuen Antrag jetzt Efraim Zuroff, Direktor des Wiesenthal-Zentrums in Israel. Das Yad Vashem Institut selbst kommentiert das laufende Verfahren nicht und verweist auf Formalitäten. Man gibt allerdings zu, dass es neue Erkenntnisse bezüglich der Rolle von Wilhelm Canaris während der Nazi- Zeit gebe, die durchaus beachtenswert seien. Die Forderung der Chabad nach einer jüdischen Ehrung für NS- Admiral Canaris, werde wie jede andere Antrag sach- und fachgerecht geprüft hiess es.
"Canaris rettete jüdische Bewegung"
Die von einem Mitarbeiter des Yad Vashem- Institutes erwähnten "neuen Erkenntnisse" stammen wahrscheinlich aus Entdeckungen des jüdischen Historiker Dani Orbach, der unlängst neue Beweise über die Aktivitäten des NS-Offiziers aufgedeckt hatte. Orbach behauptet, dass Canaris sich entschlossen um die Rettung von Juden bemüht und auch versucht habe, die NS-Kriegsmaschinerie zu sabotieren. Er sei nicht an der Tötung von Juden beteiligt gewesen und habe sich verantwortlich in geheimen Bewegungen in Abwehr und Wehrmacht sogar für die Rettung des jüdischen Volkes und dem Aufstand gegen Hitler eingesetzt. Für die orthodoxen New Yorker Juden reicht aber alleine schon die Tatsache, dass Wilhelm Canaris im Weltkrieg den Führer der Lubawitscher Chassidim und damit wahrscheinlich die gesamte Bewegung gerettet hatte, ihn in Yad Vashem auszuzeichnen.
Auch Klaus von Dohnanyi in Yad Vashem
Der in der Nähe von Dortmund geborene Canaris war gegen Kriegsende von der SS im Lager Flossenburg gehängt worden. Einer seiner damaligen Mitverschwörer gegen Hitler, Klaus von Dohnanyi, war schon vorher hingerichtet worden. Auch er hatte Juden gerettet, wurde aber erst vor 6 Jahren in Yad Vashem geehrt. Die Chassidim aber litten noch Jahre nach dem Kriege immer wieder durch Verfolgungen und Pogromen, hauptsächlich in Polen. Jetzt, nachdem sich jahrzehntelang diese Bewegung erholen konnte, nimmt ihr Einfluss in der jüdischen Welt wieder stetig zu.
Zentralrat der Juden nicht an ganzer Wahrheit interessiert
Anders als z.B. der Zentralrat der Juden in Deutschland, dem Jüdischen Weltkongress und den Wiesenthal- Zentren in Israel und Österreich, stehen die konservativen Juden eher zur ganzen Wahrheit der Geschichte der Judenverfolgungen und dem Holocaust, der ja nicht erst unter Hitler begann, da sie hierbei weniger durch finanzielle interessen angetrieben werden. Bei dem massiven und dringendem Bedarf an Überarbeitung von Geschichtsbüchern in West und Ost, könnte ihr Wissen eine bedeutende Rolle spielen. Es gab viele Deutsche die Juden retteten, ohne dass einem hierbei immer nur Oskar Schindler einfallen müsste, obwohl im Reich selbst gerade mal ein Bruchteil der Juden lebte, die sich beispielsweise zur gleichen Zeit in Polen befanden.
Tausende deutsche Widerständler gegen Hitler
Historiker Dani Orbach liegen Beweise aus den USA vor, dass auch Canaris hunderte Juden "vor dem sicheren Tod" gerettet hatte. Man darf auch nicht vergessen, dass der Widerstand gegen Hitler nicht nur aus Staufenberg, Canaris oder Keitel bestand, sondern mindestens 7000 Deutschen, von denen über 2000 schon kurz nach der Aufdeckung der Verschwörung gegen den Führer und dem Attentat auf ihn, hingerichtet wurden. Hierunter waren sehr viele normale Beamte und Angestellte. Deutschland hatte nicht nur Täter sondern auch viele Helden, leider hat eine vielerorts willkommene osteuropäische Propaganda alle Deutsche zu Verbrechern gemacht, nicht zuletzt auch um von eigenen Verbrechen abzulenken. Die Unterstützer dieser zum größten Teils immer noch geltenden Geschichtsschreibung nach sowjetischen Doktrinen sitzen aber nicht nur in Moskau und Warschau, sondern sogar beim Zentralrat der Juden und im deutschen Bundestag.
Vernichtung der Juden begann schon vor Hitler
Während das osteuropäische Judentum schon im 17. Jahrhundert durch die Vernichtung von 700 chassidisch-jüdischen Gemeinden den ersten "Holocaust" erlebte, begann der letzte nicht etwa in Auschwitz, sondern bei einer neuen Welle von über 100 kleineren und größeren Pogromen schon einige Jahre vor Hitlers Machtübernahme. Er endete erst in den 50er Jahren östlich der Oder, nachdem Hitler längst tot war. Antisemitismus und Verbrechen am jüdischen Volk, vor allen Dingen in Mittel- und Osteuropa, erreichten ihren Höhepunkt während des zweiten Weltkrieges. Der angenomme Schutz durch die Nazis führte Angehörige vieler Nationen in einen wahrhaftigen Raub- und Blutrausch. Täter gab es überall, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Holland, Frankreich, Polen, Russland, Lettland, Litauen, Serbien, italien oder der Ukraine.
Holländer aktivste Judenretter
Bis Anfang 2009 waren 22 765 Menschen in Yad Vashem mit der Medaille "Gerechter unter den Völkern" ausgezeichnet worden. Mehr als sechstausend hiervon aus Polen. Dies klingt erst einmal nach sehr viel, in Anbetracht dessen, dass die Deutschen angeblich jeden hinrichteten, der Juden bei sich versteckte. Doch wenig aber z.B. im Vergleich zu den Holländern die 5000 Vertreter in der israelischen Gedenkstätte stellen, obwohl die jüdische Bevölkerung Hollands damals nur etwas über 110 000 Personen ausmachte, in Polen aber gleichzeitig 3 Millionen Juden lebten und hier insgesamt 6 Millionen europäische Juden durch die Nazis vernichtet worden sein sollen. Es sind natürlich auch viele Deutsche in Yad Vashem geehrt worden, doch insgesamt haben alle Europäer und auch die Amerikaner viel zu wenig gegen Ausrottung, Vertreibung und dem internationalen Raub an Juden getan. Durch Historiker Dani Orbach gelangte die Welt zuletzt auch an Beweise, dass die USA und damit auch die Allierten, von Anfang an vom Holocaust gewusst hatte. Verraten hatte dies u.a. Admiral Canaris.
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