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Antisemitismus - Skandal um Hitler- Double PDF Drucken

Veröffentlicht in : Nachrichten, Kultur




Ofir LevyPosen - Ausgerechnet ein Tag der Toleranz in der westpolnischen Metropole Poznan (dt. Posen) erbrachte ein dramatisches Beispiel für Intoleranz in hässlichster Form. Dieses Mal aber nicht etwa auf einer Lesben- und Schwulendemo im Zentrum der Stadt, sondern im "Großen Theater" während einer Probe zur Premiere der polnischen Tanz-Theater-Produktion "Alexanderplatz" über Freiheit und Toleranz. Beteiligt an dem Skandal, der israelischer Tänzer Ofir Levy, die Vize-Direktorin des Theaters Anna Swiderska-Schwerin und ein mysteriöses Hitler- Double, dessen Identität nicht zweifelsfrei feststeht. Der falsche "Führer" hatte sich hinter der Kulisse versteckt und dann plötzlich den Israeli fast zu Tode erschreckt, der wiederum lief zu Direktorin Swiderska um sich zu beschweren, erntete aber traurigerweise hier nur antisemitistische Beleidigungen und Spott. "Pieprzonego Zyda" soll sie u.a. gesagt haben, wofür wir nur die englische Übersetzung "Fucking Jew" anbieten können, mangels direkt vergleichbarem deutschen Ausdruck.

Dieses Ereignis könnte eine Episode aus einem der Filme von Woody Allen sein. Wir haben alles was zu einer ordnungsgemäßen Inszenierung erforderlich ist - Eine wichtige Probe vor der Premiere, einen israelischen Tänzer mit berechtigt extremer Empfindlichkeit auf die Symbolik der Nazis, eine etwas herrische und sehr wichtige Dame als Theaterdirektorin und Adolf Hitler's Doppelgänger hinter die Kulissen. Doch der Dreh entwickelt sich am Ende anders als selbst die Darsteller es erwartet hatten, denn die herrische Dame verlor erst ihre Nerven und dann ihren Job, der Tänzer schaltet die israelische Botschaft ein und das Hitler- Double beschwerte sich seinerseits nun wegen unverdienter Diskriminierung bezüglich seines Aussehens.

Dabei hatte alles vielleicht "nur" ein (schlechter) Scherz sein sollen, doch hieraus wurde in Anbetracht der gemeinen Gegenüberstellung "Hitlers" mit einem Juden und den antisemitischen Äusserungen der Posener Theaterdirektorin erst einmal bitterer Ernst. "Ich schaute direkt in das Gesicht Hitlers, welcher sich hinter den Kulissen versteckt hatte und mich beobachtete. Dann kam diese Frau und beschimpfte mich mit judenfeindlichen Ausdrücken, ich bezeichnete sie meinerseits als Nazi, worauf sie explodierte und eine wahre Hölle entfesselte" - beschrieb der israelische Tänzer Ofir Levy das Ereignis im Posener Theater. In seinem Facebook Profil hinterliess er gar die Bemerkung, dass er nun wisse wie Hitlers Frau aussehe, womit er zweifelsohne Anna Swiderska-Schwerin meinte. Kolleginnen des Tänzers, welche die Eskalation im Theater hautnah mitbekamen, waren sehr schockiert und konnten nicht glauben was da vor sich ging. Einige weinten sogar.

Swiderska hat am Montag in der Presse eine Erklärung abgegeben: " Während des Gespräches mit Levy fielen Worte die nicht hätten fallen dürfen. Ich bedaure dies und entschuldige mich bei allen Zeugen den Vorfalls, die sie hierdurch in irgendeiner Form mittels des emotionalen Gehaltes unseres Gesprächs beleidigt fühlen. Ich hoffe, daß das Geschehene keinen Einfluss auf die Umsetzung weiterer Projekte zwischen dem polnischen Tanz Theater und dem Großen Theater haben wird. Direkt nach dem Vorfall hatte sie gesagt, dass sie von Levy als "Nazi" beschimpft worden sei, woraufhin sie die Proben im Theater abgebrochen habe. In einem Brief der israelischen Botschaft in Warschau schrieb Kulturattaché Alon Simhayoff, dass man diese Angelegenheit sehr ernst nehme und er forderte umgehende Konsequenzen. Daraufhin wurde Direktorin Swiderska zu entlassen.

Wie es um den "falschen Hitler" steht ist unklar, nach den Angaben von Levy hatte er einen schwarzen etwas unnatürlich wirkenden Hitler-Schnurrbart und auch seine Haare derartig frisiert. Anna Swiderska gab an, dass es sich um einen technischen Mitarbeiter gehandelt habe, der sich nun seinerseits diskriminiert fühle. Aber Sie können sich schon bald selbst auf die Suche nach dem falschen Hitler machen, da am 18. Dezember das polnische Tanz- Theater mit dem Stück "Alexanderplatz" in der Berliner "Werkstatt der Kulturen" zu Gast sein wird. Ofir Levy wird auch dabei sein, er hat mit diesem schlimmen Vorfall nach seiner Meinung bereits abgeschlossen. Auch ein deutscher Künstler wird bei dem Spektakel vertreten sein. Franz Diettrich ist aber nicht das Hitler- Double, sondern Produktions Designer und Kostümbildner des sehr sehenswerten Tanz- Stückes über Ereignisse der jüngsten polnischen und deutschen Geschichte, wie z.B. dem Fall der Berliner Mauer.

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Antisemitismus

Geschrieben von: Di Livio () am 17-11-2009 13:34

Antisemitismus

Geschrieben von: Di Livio am 17-11-2009 13:34

Ganz klar. Es ist schwirig in Polen mit etwas fremd zu leben. Woher kommt diese Xenophobie aus? Polnische Regierung nemht dieses Problem nicht ernst, selbsverständnis weil der polnische President auch solche diskiminierende Meinungen zum Beispiel offentlich mit einer fremden Journalist veräussert hat.Ich habe 15 Jahre in Posen gelebt. Ich habe eine dunkel Hautfarbe.Es war keiner Tag passiert, dass ich nicht in der Straße beschimpft war oder mit Finger gezeigt war. Oft in der Arbeitstelle.Rassismus ist etwas tiefes in polnischen Burgen und Mentalität implantiert. Das muss verändern werden, weil Polen in EU ist. Hier in Europa gibt es kein Platz für Xenophobie. Sonst Polen muss isoliert werden!!

 

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Dienstag, 17. November 2009
 

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