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Berlin soll hitzige Reaktionen aus Warschau ignorieren PDF Drucken E-Mail
Samstag, 23. Dezember 2006


VergrössernDer Aufsichtsratsvorsitzende der Preußischen Treuhand, Rudi Pawelka, verteidigt die Entschädigungsklagen deutscher Vertriebener gegen Polen. «Wir klagen, weil wir die Sache mal zu Ende bringen wollen», sagte Pawelka am Freitag im Deutschlandfunk. Er sehe die «Zukunft gefährdet», wenn das Thema «immer mal wieder» aufgegriffen werde. Darum müsse jetzt eine Lösung gefunden werden. Der Lastenausgleich nach dem Zweiten Weltkrieg sei «nur eine kleine Starthilfe» gewesen, kein Ersatz für das verlorene Eigentum, betonte Pawelka. Wer ein Haus gehabt und verloren habe, habe «maximal 500 Mark» bekommen.  Aus Sicht der Bundesregierung sind die Entschädigungsklagen der Vertriebenenorganisation Preußische Treuhand aussichtslos. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), kritisierte die Klagen zudem als "schädlich für die Aussöhnung mit Polen".

Der ehemalige deutsche Unterhändler in Sachen Osteuropa Egon Bahr sagte in einem Interview mit dem Spiegel, dass die Verträge mit Polen nicht verhandelbar sind. Bahr verhandelte unter Kanzler Brandt in den siebziger Jahren die Ostverträge mit aus.  Sein Rat: Berlin soll die hitzigen Reaktionen aus Warschau ignorieren. Dies raten auch wir.


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