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Tusk Regierung erteilt Schwulen und Lesben eine Absage PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 9. Januar 2008


Schwulen Parade Homo EhenEs ist kein Staatsgeheimnis dass Homosexuelle in Polen nicht immer gute Karten in Bezug auf Toleranz und Anerkennung haben, so fällt es auch der neuen Regierung schwer sich mit diesem Thema überhaupt zu beschäftigen. Nach den neuesten Forderungen von Schwulen- und Lesbengruppierungen zur gleichgeschlechtlichen Ehe und der Kindesannahme wird es auch dem eigentlich sehr toleranten Regierungschef Donald Tusk zu bunt. "Es wird keine Legalisierung von homosexuellen Ehen geben und der Ministerrat wird sich erst garnicht mit dem Thema beschäftigen" - lässt Tusk durch Regierungssprecherin Agnieszka Liszka verkünden, nachdem ihm eine schwule Gruppierung sogar eine fertig vorbereitete Gesetzesänderung zur Ratifizierung zugesandt hatte. "In weltanschaulichen Sachen, wozu auch die Homosexualität gehört, ist es gut dass wir unseren derzeitigen Status Quo bewahren. Kaum 17% der Polen unterstützen homosexuelle Ehen und nur 7% würden die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare tolerieren" - hieß es dann auch aus den Reihen der Minister. Doch gibt es zumindest gegenüber der vorherigen Regierung unter Jaroslaw Kaczynski nun kleine Fortschritte, so sollen z.B Schwule und Lesben ab 2010 garantiert eine Parade in der Warschauer Innenstadt durchführen dürfen.

Im Allgemeinen werden aber Schwule und Lesben auch nicht von allen politischen Kräften in Polen abgelehnt, sondern genießen eher umfangreiche, wenn auch vielleicht nicht ehrliche, Toleranz. Die Linken Parteien unterstützen öffentlich die gesellschaftliche Integration und Entwicklung der Homosexuellen in Polen. Die rechten Parteien deuten ihr weitläufiges Desinteresse an diesen Menschen überwiegend als Toleranz. Die Abgeordnete Elzbieta Radziszewska bringt eine Quintessenz der allgemeinen Stimmung in der Parteienlandschaft Polens zu diesem Thema auf den Punkt: "Die Einstellung der Regierung zu homosexuellen Ehen und der Kinderannahme durch solche Paare deckt sich mit der Meinung des weitaus größten Teils unserer Bevölkerung. Wir haben aber die Rechte von geschlechtlichen Minderheiten zu achten, auch wenn hierzu keine speziellen Gesetze geschaffen wurden. Es bedarf auch nach unseren Gesetzen z.B. keiner Eheschliessung eines homosexuellen Paares, um eine wie in der Ehe gleichgestellte Erbfolge zu regeln, hierzu genügt in Polen ganz einfach die Anfertigung einer angemessenen Urkunde". "Es gibt überhaupt keinen Grund das bestehende Gesetz zu ändern da es in Polen keine Diskriminierung homosexueller gibt" - behauptet auch die PIS Abgeordnete und Dauerfreundin von Jaroslaw Kaczynski, Jolanta Szczypinska.

Die Linken sowie Schwule und Lesbenorganisationen beabsichtigen allerdings auch nach der Absage Tusks nicht von ihren Forderungen abzurücken. "Wenn wir innerhalb der nächsten 2-3 Wochen keine schriftliche Antwort auf unsere Anträge bekommen, oder diese Anträge schriftlich abgelehnt werden, werden wir vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen, um der Diskriminierung im unserem Lande der Bestrafung unterwerfen zu lassen. Gleichfalls werden wir unter Umständen im Juni bei der Kundgebung in Warschau den Konservatismus der regierenden "PO" Partei von Donald Tusk an den Pranger stellen" heisst es aus den Reihen von führenden Vertretern der Organisationen. In Krakau findet Ende Januar eine Konferenz von geschlechtlichen Minderheiten statt, zu diesem Anlass wird man eine gemeinsame Kampffront für homosexuelle Ehe schaffen. Das ist unsere hauptsächliche Forderung" - sagt hierzu der Präsident der Kampanie gegen Homofobii Robert Biedron. Die Linke SLD unter der Führung von Kwasniewski Zögling Olejniczak ist die einzige Partei im Lande welche ein Gesetz zur Legalisierung homosexueller Verbindungen unterstützen will. "wir wollen sogar dass unsere Vertreter am "Runden Tisch" der Schwulen Organisation partizipierten" - meint der Parteichef und wirft noch schmunzelnd hinterher: " Man muss sich den Änderungen anpassen".

Absolut allergisch reagierte aber der ultrarechte Ex Vizeminister und Europaabgeordnete Wojciech Wierzejski auf diese Anträge der Schwulen- und Lesben Organisationen und vor allen Dingen auf die Planung einer festen Einrichtung einer Gay Parade in warschau ab 2010. "Es erwartet uns ein Heer von Knabenschändern und ein Tsunami der Unzucht. Die Ankunft einer so mächtigen Gruppe von Personen mit psychischen Störungen, oft angesteckt mit verschiedensten venerischen Krankheiten, ist der wahre Kataklysmus. Sollen sich ja beizeiten der Gesundheitsminister oder noch besser der Chefarzt für Tierheilkunde und Epidemologie mit diesem gewaltigen Problem beschäftigen" - schrieb Wierzejski in seinem Internet Blog. "Diese Personen mit ihrer zerstörten psychosexuellen Identität kommen zu Hundertausenden oder sogar Millionen zu uns und die Mehrheit hat große Probleme dem eigenen Sexualtrieb Herr zu werden. Sie werden auch sicher nicht aus politischen Gründen nach Warschau fahren, sondern aus geschlechtlichem Antrieb. Vorrangig werden organisationsfreundlichen Aufgaben auf Hotel-Basis durchgezogen." - führte der Politiker weiter aus. Er warnte auch überaus eindringlich vor einer Welle von Knabenschändern mit der Absicht der Verführung Minderjähriger und dem medialen Effekt einer Gay Parade den Schwule in all ihrem Handeln erreiche wollen.


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