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Deutsche Grossisten kaufen polnische Apotheken leer PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 6. November 2008


Apotheken in Polen leer gekauftEs ist bekannt dass die meisten Arzneimittel in Polen erheblich billiger sind als in Deutschland und anderen Staaten der EU, das weiß in Görlitz, Cottbus oder Frankfurt-Oder sogar jedes Kind, doch dies haben die Pharma- Großhändler aus Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg Vorpommern inzwischen auch mitbekommen und kaufen jetzt Palettenweise die in Deutschland überteuerte Medizin bei den Kollegen in Polen ein und verkaufen diese Ware anschliessend mit bis zu 600 % Aufschlag an deutsche Apotheken weiter. Das Geschäft der Pharma Imorteure läuft so gut, dass bereits Klagen dem Gesundheitsministerium in Warschau vorliegen, weil bestimmte Präparate schon garnicht mehr in polnischen Apotheken zu haben sind, hierbei auch unverzichtbare Arzneien wie z.B. "Clexane" zur Blutgerinnung und Thromboseprophylaxe von der Firma Sanofi-Aventis, was in Polen 8,65 Euro kostet, in deutschen Apotheken allerdings für gigatische 112,44 Euro angeboten wird. Der Verkaufserfolg der deutschen Grossisten liegt in erster Linie darin, dass sie in Polen freiwillig mehr für die Produkte bei den dortigen Grosshändlern bezahlen und von den Apothekern in Deutschland weniger verlangen als sie normalerweise im Einkauf dafür bezahlen müssten.

 

In Polen wird derzeit dringend Antikoagulations Medizin benötigt, welche die Blutgerinnung hemmt. Der bekannteste Hersteller solcher Arzneien ist die Firma Sanofi-Aventis die ihr Produkt "Clexane", in manchen Ländern auch als "Lovenox" vertreibt. Am polnischen Standort von Aventis in Rzeszów wird auch "Clexane" hergestellt, doch in den Apotheken kann man derzeit diese Arznei kaum noch bekommen, weil ein einziger deutscher Grossist bereits im August fast die gesamten Bestände von einem freundlichen Händler- Kollegen in Polen aufgekauft hatte. Das Arzneimittel wird auch oft in Krankenhäusern verwendet und die Nachfrage nach diesem Medikament ist enorm. Apotheker und Kunden sind nervös. Die schlesische Pharma-Inspektorin Izabela Majewska wurde inzwischen von besorgten Apothekern informiert. Diese wiederum berät zur Stunde in warschau mit Gesundheitsministerin Ewa Kopacz über das deutsch-polnische Desaster. Am Produktionsstandort für "Clexane" in Ostpolen sind die Kapazitäten für zusätzlich große Lieferungen dieser Arznei derzeit nicht vorhanden. Einzig ein Lager, das angeblich dem Produzenten Aventis selbst gehören soll, hat derzeit noch Clexane in den Regalen, diese Ware steht aber nur 900 Apotheken in der ganzen Republik über ein sog. Treueprogramm zur Verfügung.

Der französische Pharmariese Sanofi-Aventis der sowie in der Hessischen Metropole Frankfurt am Main, als auch im ostpolnischen Rzeszów jeweils einen großen Produktionsstandort unterhält macht sich um die Geschäfte und Endverkaufspreise der Pharma- Großhändler an Apotheken wohl kaum einen Kopf. Wichtig scheint nur dass die Verbraucher einen einigermaßen einheitlichen Preis für ihre Produkte im jeweiligen Land bezahlen müssen. Am Vergleich der Verbraucherpreise in Deutschland und Polen erkennt man deutlich welche Margen die deutschen Zwischenhändler bei ihren Geschäften "um die Gesundheit" einfahren. In Polen wird billiger produziert und deshalb gibt Aventis hier auch ihre Arzneien wesentlich günstiger an den Pharmahandel weiter als beispielsweise in Deutschland. Die Grossisten sind diejenigen welche letztendlich die Preise für Medikamente durch ihre eigenes angesetzten Gewinnspannen nach Oben katapultieren, weil Produzenten und auch der Staat hier kaum eingreifen. In Polen ist man aber nun durch den Medikamentenmangel in den Apotheken an höchster Stelle alarmiert und will nun den Grossisten einen Riegel bei den Exklusivverträgen mit ausländischen Pharma-Händlern und heimischen Apothekenketten vorschieben.


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