München - Am Montag begann der vielleicht letzte große Kriegsverbrecherprozess in Deutschland. Er könnte gleichwohl einer der spektakulärsten seiner Art werden, denn es geht um ein deutsches "Vernichtungslager" im besetzten Polen und um einen angeblichen willigen Helfer Hitlers, der mit unzähligen ausländischen Kollegen die "Drecksarbeit" für die Nazis übernommen haben soll. So oder ähnlich heisst es zumindest in der Anklageschrift gegen den 89-jährigen Ukrainer Ex- KZ-Wachmann John Demjanjuk. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor Beihilfe zum Mord an 27.900 Juden im Konzentrationslager Sobibor im Jahre 1943 geleistet zu haben. Der Angeklagte bestreitet den Vorwurf und gibt an, nie für die Nazis gearbeitet zu haben. Beweisen kann er dies nicht, aber auf der anderen Seite ist auch die Beweislage seitens der Anklage äusserst dünn, denn ausser einem möglicherweise gefälschtem SS- Ausweis Demjanjuks gibt es offenbar nichts was ihn belasten könnte. Doch der Prozess muss stattfinden, denn es geht nicht um Demjanjuk persönlich.
Trawniki im Einsatz

Nur "ausgewählte" Journalisten haben Zutritt
Nicht nur die Anreise eines Zeitzeugen aus den USA zum Demjanjuk Prozess, der den Ukrainer nicht einmal kennt, aber ansonsten über alles informiert worden sein will was in diesem Lager vor sich ging, weist daraufhin, dass in München ein Schauprozess mit Doppeleffekt stattfinden soll, der im Zuge neuerer, "bedrohlicher" Erkenntnisse jener Zeit, die Welt auf die Taten der Nazis und auch den "unterstützenden" Verbrechen ihrer willigen ausländischen Mittäter erneut umfänglich hinweisen soll, womit man auch einer wachsenden Zahl von neuen Geschichtserkenntnissen, "Holocaust- Zweiflern und Schuld- Relativierern" den Wind aus den Segeln nehmen will. Fast 300 Journalisten haben sich für ihre Teilnahme am Prozessverlauf angemeldet, doch die meisten hatten keine Chance akkreditiert zu werden, denn nach bekannter Manier wählte man die Medienvertreter für einen derartigen Schauprozess selbst aus. Hierbei half ein viel zu kleiner Gerichtsaal.
Die mögliche Fälschung
Freisprüche nur für "Kronzeugen"
Hunderte von Journalisten kamen zu einem Prozess gegen den angeblichen früheren KZ-Wachmann Demjanjuk, dem man nicht einmal nachweisen will oder kann, dass er selbst damals irgendwo Hand angelegt hatte. Noch nie ist auch in der Vergangenheit ein Angeklagter dafür verurteilt worden, weil er in einem Konzentrationslager als Wachmann diente. Immer waren es nur Leute die aus eigenem Antrieb töteten. Kaum einer hatte jemals gestanden Jude, Polen oder Zigeuner in eine Gaskammer geführt zu haben und dann in ein Krematorium. Hier gab es nur "Beobachter" in alliierten Händen die regelmäßig freigesprochen wurden oder im Falle der Prozesse im damaligen Ostblock später, also nach 1989, nicht mehr gefunden werden konnten. Der jetzige "Sobibor Prozess" soll derartige Versäumnisse und auch Ungereimheiten erst einmal wieder entkräften.
Oder ist das eine Fälschung ?

Demjanjuk bereits durch die Medien verurteilt
Man muss damit rechnen, dass Iwan Nikolai „John“ Demjanjuk so oder so in München verurteilt werden wird. Die Medien welche sich für den Prozess akkreditieren konnten, haben dies in ihrer recienten Berichterstattung bereits weitestgehend getan. Die Münchner Staatsanwaltschaft hält das Dokument das Demjanjuk als "Trawniki" im "SS Vernichtungslager" Sobibor ausweist jedenfalls für echt. Zur Verfügung gestellt hatte dieses Dokument eine Behörde in Washington, die das Beweisstück ausgerechnet in Russland gefunden haben will, wo der KGB regelmäßig die Szenen der Geschichtschreibung nach Anleitung ihrer Regisseure im Kreml nachstellte. Es gibt erhebliche Zweifel an der Legalität dieses Ausweises, die auch in Israel gehegt wurden, doch das wird den Machern dieser Show in München egal sein, denn "es geht um Sobibor und Hitlers willigen Helfern" und nicht um irgendeinen Rotarmisten in deutscher Gefangenschaft.
Dieser Trawniki- Ausweis stammt auch aus Russland
Nicht nur Hitlers "willige" Helfer mordeten
Niemand muss Zweifel daran hegen, dass ein großer Teile der europäischen Bevölkerung im Bezug auf Juden und Zigeuner zumindest mental damals an der Seite der Nazis stand. Unzählige Nichtdeutsche haben während und sogar noch nach dem Ende des zweiten Weltkrieges Juden ausgeraubt und auch getötet. Gleichwohl geschah dies mit den Deutschen während und nach dem sowjetischen Vorstoss Richtung Westeuropa und Berlin. In allen deutschen Konzentrationslagern in Polen waren Ukrainer, Litauer, Letten und Polen entweder als Wachleute, Kapos oder sonstiges Personal eingesetzt. Ähnlich war dies in den Ghettos, wo solche Aufgaben meist von der jüdischen Polizei wahrgenommen wurde. Es ist relativ unklar wieviele Menschen z.B. im Konzentrationslager Auschwitz durch die Hände von perversen Mördern (meist Kapos), Räubern und anderen Subjekten starben, also zwar in Hitlers Verantwortungsbereich töteten, allerdings damit nicht unbedingt zu seinen willigen Helfern zählten. Wahrscheinlich wurde nicht ein einziger von ihnen je bestraft, weil bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen bereits alle Deutschen hierfür verurteilt worden waren.
Auch dieses KZ- Foto galt früher als echt
Amerikaner assimilierten Trawnikis
Die Amerikaner haben nach Kriegsende die meisten "Trawnikis" in die USA gebracht. Demjanjuk war "Spätaussiedler" und folgte seinen Kollegen erst im Jahre 1952. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man damals nicht wusste, welche "Leute" man da in die eigene Gesellschaft zu integrieren beabsichtigte. Waren es wirklich perverse Mörder, oder waren es einfache Wachleute, die aber sehr viel wussten ? Demjanjuk könnte nur mehr Licht nach Sobibor bringen, wenn er gestehen würde, dass er in dem Lager tatsächlich war. Dann aber müsste er damit rechnen bis zu seinem Tode in einem deutschen Gefängnis bleiben zu müssen. Da wird ihm die Aussicht auf Hartz IV in der bayerischen Haupstadt sicherlich besser gefallen. Kaum wahrscheinlich ist, dass er jemals wieder in die USA einreisen darf und in der Ukraine wird er nicht leben wollen.
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Wird Polen zum allerletzten Rechtsstaat
Geschrieben von: Rübezahl () am 30-11-2009 21:30