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Die Lage des polnischen Katholizismus PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 4. August 2009


Jahrbuch Polen 2009 Religion

Deutsches Polen-Institut (Hrsg.)

Deutsches Polen Institut Der polnische Katholizismus, zumal in seiner traditionellen, volkstümlichen Form, gehört zu dem in den westlichen Ländern weit verbreiteten Bild unseres Nachbarn. Spätestens seit der Wahl des Krakauer Erzbischofs Karol Wojtyła zum Papst im Jahre 1978 wurde das Erscheinungsbild der katholischen Kirche im damals sozialistischen und seit 1989 demokratischen Polen von der deutschen Öffentlichkeit mit Interesse verfolgt. Das Wissen ist aber oft genug nur oberflächlich und nicht frei von Stereotypen: Die sich stärker nach außen manifestierende Religiosität der Polen wird dabei zwar »bewundert«, aber nicht selten auch als ein Beweis für mangelnde Modernisierung angesehen. Die moralpolitische und gesellschaftliche Wirklichkeit scheint in Polen auf den ersten Blick klar durch die übermäßig starke Position der katholischen Kirche dominiert. Mehr Licht in die nicht immer leicht zu durchschauenden Prozesse in der Kirche und um die Kirche in Polen möchte das neue Jahrbuch Polen 2009 Religion des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt bringen.

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Die Publikation vermittelt ein facettenreiches Bild des religiösen Lebens in Polen. Die Jahrbuch-Autoren fragen in erster Linie nach der Lage des polnischen Katholizismus wenige Jahre nach dem Tod des »polnischen« Papstes. Dabei geht es um eine wissenschaftlich fundierte, gut lesbare Art der Auseinandersetzung mit den wichtigsten Fragen an die katholische Kirche in Polen: Wird sie in einer weitgehend säkularisierten Welt der Postmoderne überleben? Hat sie Instrumente, um Entwicklungen von außen wirksam abzuwehren? Wird sie den gesellschaftlichen Herausforderungen Polens gerecht? Hat sie die richtigen Rezepte, um die Gesellschaft weiterhin »zu führen«, oder wird sie sich in ihrem Wesen doch ändern und die gegen immer neue vermeintliche Feinde errichtete »Festung« verlassen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Dieter Bingen (Kirche und Politik), Zbigniew Nosowski (Lage des polnischen Katholizismus heute) und Adam Szostkiewicz (Religiosität der Polen).

Darüber hinaus berichten u.a. Grzegorz Pac über die Religiosität der polnischen Jugend, Agnieszka Sabor über das Verhältnis der polnischen Kunst zum »Sacrum« und Monika Waluś über die Position der Frauen in der polnischen Kirche. Das Jahrbuch befasst sich auch mit anderen Religionsgemeinschaften: Maja Jaszewska führt ein Gespräch mit Vertretern der polnischen orthodoxen, der evangelischen und der evangelisch-reformierten Kirche, Agata Nalborczyk berichtet über den Islam in Polen und Stanisław Krajewski gibt einen Überblick über die Situation der Juden im heutigen Polen.

Im Literaturteil stellt das aktuelle Jahrbuch Werke von Eustachy Rylski, Wojciech Tochman und Łukasz Dębski vor sowie religiöse Dichtung von Agata Tuszyńska, Wojciech Bonowicz und Tadeusz Dąbrowski. Autorin der Jahrbuch-Galerie ist Elżbieta Lempp.


Jahrbuch Polen 2009 / Religion
Wiesbaden 2009, 220 S., Preis: 11,80 € (Abo 9 €) ISBN 978-3-447-05930-5
Gefördert vom Auswärtigen Amt
http://deutsches-polen-institut.de/Publikationen/Jahrbuch-Ansichten/Jahrbuch19_2009.php
Bestellung: 3170a6be2e8b135b93bdd9d31913cc42 oder ed2b11ef818e695a31b22df513617e66





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