Warschau - Polen hat einen neuen Präsidenten gewählt, alle Wahllokale im Lande wurden am Sonntag pünktlich um 20 Uhr geschlossen. Nach Angaben der Nationalen Wahlbehörde NEC kam es während den Abstimmungen zu keinen erwähnenswerten Zwischenfällen. Die erste Hochrechnung zeigt, dass der Kandidat aus dem rechten Lager, Jaroslaw Kaczynski (PIS), das Rennen um die Herrschaft im Präsidentenpalast nicht für sich entscheiden konnte. Mit 46,9 Prozent unterlag er dem Kandidaten der regierenden Bürgerplattform (PO), Bronislaw Komorowski, der mit 53,1 Prozent der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 56,2 % den Ansprüchen einer Mehrheit der Wähler offenbar entspricht. Auf einigermaßen verlässliche Zahlen sollte man, nach den Erfahrungen aus den erheblich unterschiedlichen Ergebnissen der Exit-Polls der ersten Runde dieser Wahlen, allerdings noch bis gegen 23 Uhr warten, wenn auch nicht damit zu rechnen ist, dass Kaczynski doch noch seinen Kontrahenten überholen könnte. Komorowskis erste Worte nach der Bekanntgabe des Erbenisses: " Dies war ein Sieg für die Demokratie und ein Sieg für Polen".
Schon am Morgen hatte sich eine rege Wahlbeteiligung in Polen bemerkbar gemacht, das galt vor allen Dingen entlang der polnischen Ostsee und in den großen Städten wie Warschau, Posen, Krakau oder Danzig. Gegen 13 Uhr hatten im ganzen Land bereits 26,63 der polnischen Wahlberechtigten, knapp 8 Millionen Menschen, ihre Stimme abgegeben. Einen Rekord meldete der Ostsee- Badeort Rewal wo zu jener Stunde schon knapp 65 Prozent der Wähler an den Urnen waren. Schlange standen auch die Polen in Deutschland oder Großbritannien, die ihre Stimmen meist in Konsulaten ihres Landes abgaben. Für 27 000 polnische Wähler in Deutschland standen für den zweiten Wahlgang in den Städten Berlin, Hamburg, Bremen, Köln, Frankfurt, Dortmund, München, Stuttgart und Leipzig Urnen bereit.
Das sich abzeichnende Ergebnis der Präsidentenwahl unterstreicht den wahren Trend der letzten Wochen, der von Anfang an in den großen deutschen und polnischen Medien möglicherweise absichtlich verfälscht wurde. Die Wahl war bis zuletzt ein "Kopf an Kopf Rennen" was im Endergebnis dem Regierungskandidaten leichte Vorteile brachte. Während Komorowski auf die Unterstützung der Linken, Postkommunisten und der jüdischen Oligarchen und Medien zählen konnte, zogen vor allen Dingen junge Leute und das arbeitende Volk für Jaroslaw Kaczynski zu den Urnen. Der mysteriöse Flugzeugabsturz bei Smolensk, bei dem sein Bruder Lech als amtierender polnischer Präsident getötet wurde, hatte einmal mehr weit das Krebsgeschwür geöffnet, was seit Jahrzehnten in Polen wütet und im Lande unzählige Diskussionen zwischen jungen und alten Leuten ausgelöst.
Die Wähler Kaczynskis wollten mit ihren Stimmen vor allen Dingen eins erreichen, nämlich die Wahrheit zum 10. April, also dem Tage an dem Millionen Polen gegen 10 Uhr morgens hilflos in Tränen ausbrachen, nachdem sie von Lech Kaczynskis Tod erfahren hatten. Diese Chance scheint nun vorerst vertan. Die "Sponsoren" Komorowskis haben mehr als die Hälfte der Polen erfolgreich eingewickelt. "Mit Speck fängt man Mäuse" - war die Devise und das funktioniert in Polen wie immer ausgezeichnet, obwohl man sich später regelmäßig über falsche Verspechen beschwert. "Polskaweb" wird Ihnen im Laufe des Abends weitere Hochrechnungen liefern.
Update: 21.00 Uhr
Es gibt auch andere Exit Polls in welchen die Unterschiede der beiden Kandidaten sehr, sehr knapp sind wie z.B. durch SMG KRC: Komorowski 51,1 Prozent., Kaczynski 48,9 Prozent oder durch Homo Homini: Komorowski 51,1 Prozent. , Kaczynski 48,9 Prozent. Können sich diese Ergebnisse noch weiter zu Kaczynskis Gunsten ändern ? Komorowski feiert bereits, doch die meisten Regierungsmitglieder sitzen noch vor dem Bildschirm. Sie trauen dem Braten noch nicht so ganz.
Update: 21.30
Laut einer Umfrage von Millward Brown SMG / KRC für TVN gewann Bronislaw Komorowski in neun und Jaroslaw Kaczynski in sieben Wojewodschaften (Die haben sich aber schon öfters geirrt). Noch trennen Kaczynski mindestens 2 Prozent von Komorowski, wobei in der für Kaczynski günstigsten Variante die regulären Stimmenauszählungen sogar noch den Sieg bringen könnten. Donald Tusk: Wenn sich das Wahlergebnis bestätigen sollte, wird dies einer der schönsten Momente in meinem Leben werden. Jaroslaw Kaczynski hatte seinem Kontrahenten schon unmittelbar nach der Bekanntgabe der Exit- Polls gratuliert.
Update 23.24 Uhr
Nach Auszählung von 20 Prozent der Stimmen ist der Vorsprung von Komorowski erheblich gegenüber den Exit-Poll- Prognosen des polnischen Fernsehens TVP geschrumpft. Er führt jetzt nur noch mit 50,6 zu 49,4 Prozent, als gerade einmal 1,2 Prozent. Die Anhänger Lech Kaczynskis dürfen also noch einmal hoffen. 78,1 Prozent der Wähler der Postkommunistischen SLD sollen übrigens für Komorowski gestimmt haben. Am Montag gegen 15 Uhr werden wir an dieser Stelle ein amtliches Endergebnis der Wahl veröffentlichen.
Update Montag 12.00 Uhr
Kaczynski führte gegen Mitternacht
Die Auszählungen der Stimmen der Präsidentenwahl in Polen nähern sich dem Ende. Es wurden bereits über 95 Prozent ausgewertet. Der letzte Stand: Bronislaw Komorowski 52,63 Prozent und Jaroslaw Kaczynski 47,37 Prozent. Dies sind über 5 % Vorsprung für Komorowski was nun sicher anzeigt, dass er der neue Präsident Polens sein wird. Während Wähler und Kandidaten schliefen lief es für den Sejm- Marschall plötzlich wie am Schnürchen. Nach Mitternacht kam sogar noch so etwas wie Dramatik auf, als nach der Auszählung von etwa 50 Prozent der Stimmen Kaczynski plötzlich mit 0,8 Prozent die Nase vorn hatte. Wie er dann in den nächsten Stunden noch satte 6 Prozent gegenüber Komorowski verlieren konnte, ist noch nicht klar. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Update Montag 17.50 Uhr
Die polnische Wahlkommission gab am Montag Nachmittag das vorläufige Endergebnis der Wahlen vom Sonntag bekannt. Demnach gewann der Vertreter der Agenten, Oligarchen und jüdischen Neo- Kommunisten Bronislaw Komorowski die Abstimmungen mit 53,01 Prozent. Sein Verfolger, der glühenden Antikommunist und Liebhaber einseitiger Geschichte Jarosław Kaczyński errang beachtliche 46.99 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 55,31 Prozent. Das knappe Ergebnis für Komorowski hat der Tusk Regierung mit Sicherheit geschadet, wenn sie auch nun Polen zu 100% in der Hand hat. Mit Kaczynski ist wieder zu rechnen und er wird nun alles daransetzen die Marionettenregierung in Warschau zu kippen.
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Wahlbetrug auf breiter Front
Geschrieben von: JoSee () am 21-07-2010 21:18