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"Lichtblicke" Kanzlerin Angela Merkel fährt nach Polen PDF Drucken E-Mail
Freitag, 1. Februar 2008


Merkel Tusk 2008Die Ernsthaftigkeit der deutschen Regierung und der Christdemokraten zum Bau eines Zentrums der Vertreibungen in Berlin unterstreicht die deutsche Bundeskanzlerin mit einer Reise Anfang Mai ins benachbarte Polen, wo die Proteste gegen ein solches Zentrum Seitens der rechten Opposition im Warschauer Sejm, allen voran ein kleiner Herr namens Jaroslaw Kaczynski, nicht verstummen wollen. Schon am kommenden Dienstag werden Abgesandte der deutschen Regierung sich nach Warschau aufmachen um dort mit dem Beauftragten der Tusk Regierung für die deutsch-polnischen Beziehungen, Professor Wladislaw Bartoszewski, die Eckpunkte und das Programm Merkel-Tusk vorzubereiten. Schon jetzt ist aber klar, dass Frau Merkel auf keinen Fall mit leeren Händen zurückkommt, denn eine Breslauer Hochschule wird ihr am letzten Tag ihres Polen Aufenthaltes ihren ersten polnischen Doktortitel verleihen. "Das ist eine wichtige Geste der Versöhnung dass uns Regierungschef Donald Tusk zum Dialog nach Warschau einlädt, auch wenn es ihm in erster Linie um seine Idee eines Weltkrieg II Museum geht. Bisher waren es nur die Medien die sich gegeseitig mit Anklagen zu diesem Thema überhäuften, nun aber ist es schon ein kleiner Durchbruch, dass auch das Projekt "Lichtblicke" auf Regierungsebene gemeinsam besprochen werden soll" - sagte der Abgeordnete Marcus Meckel (SPD).



Angela Merkel geht es in erster Linie darum den durch die Folgen des zweiten weltkrieges aus Polen vertriebenen Menschen zu gedenken. Die Wahrhaftigkeit und die Umstände dieser Vertreibungen sollen durch ausgestellte Dokumentationen in einem Berliner Vertriebenenzentrum verdeutlicht werden werden. Von Regierungsseite war schon des öfteren zu hören dass man dieses Zentrum auf jeden Fall bauen werde, selbst dann wenn Polen sich querstellt. Doch der Wunsch aller Parteien im deutschen Bundestag ist dennoch dass Warschau in "Lichtblicke" mit eigenen Vorschlägen und reger Zuarbeit eintritt, so wie man das unter Freunden und Partner in der Regel auch macht. Der Streit zwischen Polen und Deutschen um das Berliner Vertriebenzentrum läuft nun schon über 10 Jahre. Unter der Kaczynski Regierung war zuletzt jeglicher Dialog abgebrochen und es folgten nur noch wüste Beschimpfungen aus Warschau, die sogar die Vorsitzende des deutschen Bundes der Vertriebenen Erika Steinbach in übelster Form über sich ergehen lassen musste. Die schwierigste Aufgabe der deutschen Delegation in der kommenden Woche wird es sein den unter den Nazis schwer gelittenen, ehemaligen KZ Häftling Bartoszewski davon zu überzeugen, dass ein Berliner Vertriebenenzentrum auch in logischer Schlussfolgerung auf polnische Täterschaft hinweisen muss.

 

Die deutsche Delegation Warschau wird Kulturminister Bernd Neumann von der CDU anführen. Die CDU ist die Partei welche in ganz besonderer Weise sich seit Jahrzehnten für die Vertriebenen stark macht. Mit ihm fahren Merkel- Berater Christoph Heussgen und Stephan Steinlein, ehemaliger Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Polen, der dem deutschen Außenminister Steinmeier nahesteht. Berlin erwartet, dass wenn Polen sich nicht an dem geplanten Vertriebenzentrum beteiligen wird, man zumindest deren Entstehung akzeptieren wird. Einem WK II Museum in Danzig steht man seitens der deutschen Regierung durchweg positiv gegenüber. Hierzu soll schon in den kommenden Gesprächen eine deutsche Beteiligung erörtert werden.


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