Warschau - Die polnischen Medien aus dem Berliner Verlagshaus Axel Springer sind bekannt für ihre antideutsche Stimmungsmache. Dziennik, Fakt und Newsweek gehen in ihrer Berichterstattung so ganz nebenbei nicht sonderlich sensibel sondern eher sehr dubios mit der Wahrheit um, wozu es leider inzwischen unzählige Beispiele gibt. Wie dreisst und wenig anspruchsvoll derartige Meldungen sind, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Bild-Zeitungs- Klon "Fakt", wo man unter dem Titel: "Deutsche klauen mehr als Polen" - suggerieren will, dass es die Deutschen sind die zu den führenden Diebes- Nationen in der Welt gehören und die Polen aber eigentlich mit dieser Form von Kriminalität nur am Rande zu tun haben. Man schreibt von "widerlegter Stereotype" in Bezug auf die Behauptungen, dass polnische Diebe die schlimmsten der Welt seien und zeigt deutlich mit dem Finger auf den Nachbarn jenseits der Oder.
Keine Quelle, keine direkten Vergleiche
"Gestohlen wird einfach alles, aber am meisten werden Spiele- Konsolen, mp3-Player, Uhren, Kosmetik, Lebensmittel und Kleidung geklaut. Noch schlimmer als die Deutschen sind hier nur die Italiener, Amerikaner und die Briten, welche gar sämtliche Diebe anderer Nationen in den Schatten stellen. Die Polen hingegen sind da in Wirklichkeit schon zivilisierter" - schreiben die Redakteure der "Fakt", ohne hierbei aber auch nur eine einzige Quelle, oder gar vergleichbare Zahlen zu nennen. Angebliche Zahlen von Ladendiebstählen nannte aber erst am Freitag "Fakt" Bruder "Dzienik": " Polnischen Läden verlieren rund eine halbe Milliarde Euro pro Jahr aufgrund von Diebstahl" - und bezieht sich auf einen aktuellen Bericht des britischen Institutes für Retail Research. Dass Deutschland ein Paradies für Diebe ist, ist kein Geheimnis, doch dass die Deutschen selbst zu den schlimmsten Fingern Europas gehören sollen, erstaunt nun sogar die Polen.
In Deutschland klauen nur Deutsche
Hier nachgeschaut findet man den internationalen Jahresbericht "Global Theft Barometer", also einen Spiegel der Diebstahlsentwicklung zum Schaden des Einzelhandels in der Welt, aber keinen Hinweis darauf dass die Deutschen mehr stehlen als die Polen, auch die durch "Dzienik" genannte Schadenssumme von von einer halben Milliarde Euro (rund 2 Milliarden zl) ist auch nach mehrmaligen durchschauen nicht zu entdecken. Wie kommen also die Springer- Journalisten zu solchen Behauptungen ? Unter der Rubrik "Polen" findet man nämlich hier eine Schadenssumme des polnischen Einzelhandels aus dem Vorjahr in Höhe von 1.691 Milliarden US Dollar, also etwa 4,5 Milliarden Zloty, mit einer Steigerung von 4,4 Prozent gegenüber 2007. Im Falle der deutschen Zahlen weiss natürlich auch nur die Zeitung "Fakt", welcher Nationalität die Diebe waren, obwohl logischerweise kaum einer auf der Stelle gefasst worden war, weil dann ja wohl der Schaden nicht entstanden wäre.
Kriminaltourismus und Einwanderer mitverantwortlich
In Deutschland waren es 2008 gar 7.106 Milliarden $ (+ 3,5 Prozent), aber es fehlen, anders als in den polnischen Zeitungen, die Angaben über die Nationalität der Diebe. Das geiche Rätsel mit den Briten, die zwar gemessen am Schaden in Europa mit 7.813 Milliarden US Dollar (+ 5,4%) an der Spitze stehen, aber auch hier steht absolut nichts davon, dass es denn alleine die Briten waren, welche für die entsprechenden Delikte verantwortlich sind. Großbritannien hatte in den letzten Jahren mehrere Millionen Einwanderer aus Osteuropa aufgenommen, meist Polen und Rumänen. Unzählige Banden und Einzeltäter aus Osteuropa reisen tagtäglich auf die Inseln, oder schon mit Beute zurück in die Heimat. Noch schlimmer geht es diesbezüglich den Deutschen, die ja keine Grenzkontrollen mehr haben. Dahingehend ist es schon volksverhetzend zu behaupten, dass Deutsche oder Briten mehr stehlen als Polen oder Rumänen. Eine seriöse Zeitung hätte vielleicht wahrheitsgemäß geschrieben: " In Deutschland wird mehr geklaut als in Polen", aber nicht das was die Springer Journalisten jetzt in die Welt setzen.
Stehlen in Polen gefährlich
Trotz immer verbesserter Sicherheitssysteme steigen die Zahlen von Ladendiebstählen vor allen Dingen in Deutschland und Großbritannien. Dies bedeutet offenbar, dass es immer mehr professionelle Täter gibt. Und die Diebe werden immer kreativer. Taschen mit doppelten Böden die gegen elektronische Signale geschützt sind oder ähnlich gesicherte Jacken und Mäntel sind nicht einmal die allerneuesten Hits in Polen, wo das Klauen viel schwieriger als in den meisten anderen Ländern Europas ist. Hier gibt es z.B. keine Parfümerien oder Elektronik- Läden, wo nicht mindestens ein uniformierter Wachmann den Kunden auf die Finger schaut. Überall sieht man Kameras, Spiegel und wachsames Verkaufspersonal. Ladendieben drohen nicht selten Selbstjustiz und öffentliche Erniedrigung. Es gibt in dieser Hinsicht viele Details die nicht mit westeuropäischen Verhältnissen zu vergleichen sind, was ja gerade auch die Diebe aus dem Osten lieber nach Berlin, Dresden, Hamburg oder Wien treibt.
Politiker lieferten maßgeschneiderte Pressefreiheit
Die Springer- Presse, die auch im eigenen Lande nicht daran spart die Deutschen unauffällig aber nachhaltig durch den Kakao zu ziehen, zu beleidigen und aufzustacheln, ohne das viele Betroffene dies überhaupt richtig wahrnehmen, profitiert natürlich von einer Pressefreiheit, welche hauptsächlich die ihr nahestehenden Politiker geschaffen haben. Natürlich will auch niemand eine Pressefreiheit nach russischer Art. Doch man hat es zuletzt mit der programmierten Schweinegrippe Hysterie gemerkt, dass gerade Springer- Medien bereits viel zu weit gehen und kein Gesetz dies verhindert. Maximal kann man eventuell mal einen Journalisten privat zur Rechenschaft ziehen, doch dadurch wird die Springer- Doktrin kaum gestoppt. Gerade aus dem schwierigen deutsch-polnischen Thema sollte sich das Berliner Verlagshaus besser komplett heraushalten. Das Rezept für die hausgemachte polnische Steinbach- Hysterie stammt übrigens ebenfalls aus dem Hause Axel Springer, aber mit Sitz in Warschau. Ohne Bild- Zeitung und Co. würde es viele deutsch-polnische Probleme garnicht geben, wozu auch ein Herr Westerwelle gehört.
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Geschrieben von: Der gern in Polen lebt () am 21-11-2009 11:55