Warschau - Wie gut in Polen das altbewährte System der Desinformation nach russischem Vorbild funktioniert, beweist nicht nur eine aktuelle Meldung über den seit über einem Jahr verschwundenen Encoder der militärischen Abwehr Polens Stefan Zielonka. Noch vor zwei Wochen wurde in diesem Zusammenhang gemeldet, dass man einen Mann aus der Weichsel bei Warschau gezogen habe, der persönliche Dokumente des per internationalem Haftbefehl gesuchten Geheimdienstlers in der Tasche trug. Wenige Tage später gab man bekannt dass es sich bei der "verwesten" Leiche nicht um Zielonka handele, was ein erster DNA- Test belege. Am vergangenen Mittwoch hiess es dann plötzlich, dass der Tote aus der Weichsel "eindeutig" als der vermisste Chiffrier-Spezialist identifiziert wurde. Anhand einer großen Zahl von Widersprüchen sowie möglichen Indizien auf einen Zusammenhang des Verschwindens von Stefan Zielonka mit dem Tode der Militärführung Polens bei dem Flugzeugabsturz in Smolensk, muss man auch hier davon ausgehen, dass polnische Behörden, wieder eimal Wahrheiten verscheleiern.
Der Hinweis über die Identifizierung von Stefan Zielonka kommt von Oberst Ireneusz Szelag von der Militär-Bezirksstaatsanwaltschaft in Warschau. Demnach habe die Prüfung der DNA des Toten aus der Weichsel in einem "Polizeilabor" eindeutig ergeben, dass es sich um den "vermissten" Geheimdienstler handele. "Dies sollte nun alle Spekulationen über die Hintergründe des Verschwindens Zielonkas beseitigen" - schlug der Staatsanwalt vor und fügte hinzu, dass man nun nur noch auf das Ergebnis der pathologischen- und toxikologischen Untersuchungen zum möglichen Zeitpunkt seines Todes und der Ursache warte. Gleichwohl erklärte er, dass man die Beteiligung von Dritten am Tode des Chiffrier eigentlich ausschliesse, da man bereits über Hinweise verfüge, die auf einen Selbstmord deuten.
Stefan Zielonka war im April 2009 spurlos verschwunden. Erst mehr als einen Monat später machte man den Fall öffentlich, obwohl es sich bei dem Chiffrier-Spezialisten um den Mann handelte, der durch sein Wissen über Nato- Geheimnisse an erster Stelle auf der Rekrutierungsliste von russischen Geheimdiensten stand. Sofort wurde über das Verteidigungsminister Bogdan Klich verbreitet, dass er Geheimdienstler psychisch krank sei und vermutlich Selbstmord begangen habe, worauf auch mehrer Hundertausend Dollar hinweisen, die er auf seinen Konten zurückgelassen habe. Einige polnische Medien berichteten aber gleichzeitig von Hinweisen, dass Zielonka möglicherweise zu den Chinesen oder Russen übergelaufen sei. Dass Journalisten wohl damals schon näher an der Wahrheit waren, denn der desinformierende Minister bewies letztendlich, dass der potentielle Selbstmörder in seiner "persönlichen Tragödie" schon bald ganz oben in den Fahndungslisten von Interpol auftauchte.
Kurz nach dem mysteriösen verschwinden des polnischen Geheimdienstlers, wurden zwei als Diplomaten getarnte Mitarbeiter der russischen Botschaft ausgewiesen. Namentlich handelte es sich um zwei Agenten, die nach inoffiziellen Angaben mit Zielonka Kontakt gehabt haben sollen. Fast genau ein Jahr später und wenige Tage nach der mysteriösen Flugzeugkatastrope bei Smolensk, meldete Philippe Vasset, Chef der französischen Geheimdienstler- Zeitschrift "Intelligence Online", dass Zielonka samt Familie in Shanghai aufgespürt worden sei. Eine gezielte Desinformation, sollte man annehmen, denn 3 Tage nach dieser Aussage wurde die Leiche des 52-jährigen Encoders ja "nun offiziell" aus der Weichsel gezogen. "Eine persönliche Tragödie", suggerierte einmal mehr der polnische Verteidigungsminister Klich. Wofür er allerdings vergessen hatte auch Vorsorge zu treffen war die Antwort auf die Frage eines Journalisten, warum denn Zielonkas Leiche so stark verwest war, nicht aber seine persönlichen Dokumente (auch Kontoauszüge), die er in der Tasche trug.
Wir kennen bereits die wenig intelligenten Verschleierungsversuche und auch den Desinformations-Stil polnischer Behörden aus anderen Recherchen wie z.B. zu dem Massengrab von Marienburg oder dem Tupolew Absturz von Smolensk. So überraschen uns die seltsamen offiziellen Statements von Ministern und Staatsanwälten schon lange nicht mehr. Uns ist es auch kaum aufgefallen dass die leitende Staatsanwältin zu den Untersuchungen des Smolenks Mysteriums ein dieselbe Person ist, welche nach dem feigen Mord an der Journalistin Anna Politkowskaja, die 2006 an Putins Geburtstag hingerichtet wurde, die Ermittlungen übertragen bekam. Gleichwohl liegen die Akten der Sache "Stefan Zielonka" auf dem Tisch des Staatsanwaltes Andrzej Seremet, der jetzt die polnische Seite in Sachen Kaczynski Tod u.a. vertritt.
Dass der von ausländischen Geheimdiensten heissbegehrte Militär-Encoder Stefan Zielonka bekanntlich nicht mit seiner, ebenfalls im Jahre 2009, verschwundenen Familie aus der Weichsel gezogen wurde, sondern diese weiterhin "verschollen" ist, zeigt doch deutlich mit welcher Qualität Mensch wir es bei Ermittlern und Politikern zu tun haben. Sie bauen einzig auf die Meinung von noch naiveren Personen als sie selbst. Man muss nicht spekulieren oder gar verschwören um festzustellen, dass auch in dieser Sache nichts rund ist. Wahrscheinlich sind Zielonka und seine Familie freiwillig und mit Wissen polnischer Politiker in Moskau oder St. Petersburg. Niemand ist tot und keiner hat gemerkt welche Verbindung zwischen dem höchstwahrscheinlichen Attentat auf die polnische Militärführung und dem Verschwinden des Encoders bestehen könnte.
Der frühere Chef des Geheimdienstlers Zielonka und jetziger Präsidentschafts- Kandidat Bronislaw Komorowski, weiss warum der Mann unter Kaczynski und den getöteten Generälen nicht einmal eine Chance auf Rente und Ehre gehabt hätte. Zielonka gehörte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu den moskautreuen Agenten des unter Kazcynski aufgelösten Militär-Geheimdienstes WSI, der nach dem Fall der Sowjetunion und vor allen Dingen während der Amtszeit Komorowskis als ihr oberster Chef, sich riesige Staatsvermögen über Korruption und Provisonen unter den Nagel rissen, wie es ähnlich auch in Jelzins und Putins Russland ablief, wo die Führungsbehörde des WSI, die GRU heute noch mit den geschassten Polen heimlich zusammenarbeitet.
Die bei der Katastrophe in Smolensk getöteten Generäle wollten die mafiösen moskautreuen Gesellen nicht mehr in den Geheimdienst aufnehmen, Kaczynski und seine Helfer waren dabei, ihre frühere Tätigkeiten und krummen Geschäfte mit Volksvermögen aufzudecken, auch um sie ins Gefängnis bringen zu können. Und was die Identität des Toten aus der Weichsel angeht, sollte man davon ausgehen, dass man niemals eine Leiche mit den Papieren Zielonkas gefunden hat.
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