Polen im Wettrüsten mit Nachbarstaaten
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| Raketenschild Polen: CDU wünscht eine Beteiligung am Theater |
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| Freitag, 9. Februar 2007 | |
Die Diskussion in Polen über das geplante amerikanischen Raketenabwehrsystems im Lande hat nun auch die Politiker in Deutschland ergriffen. Führende CDU und CSU Politiker fordern eine Einbeziehung der Deutschen in das Programm gegen die Gefahr "moslemischer" Raketen, welche auch deutschen Boden erreichen könnten. In Polen wird allerdings nach den neuesten Umfragen und Erkenntnissen immer mehr Kritik an einem US Raketenschild auf polnischem Territorium laut . Eine Volksabstimmung und eine wissenschaftlich Prüfung der Notwendigkeit eines solchen Abwehrsystems, wird unterdessen sogar aus Regierungskreisen gefordert. Polnische Wissenschaftler stellen derweil den amerikanischen Plänen bereits eine vernichtende Expertises aus. Doch deutsche Politiker stören sich nicht an den Kritiken in Polen und wollen, zur Verärgerung Russlands, sich sogar an dem unsinnigen Projekt beteiligen.
Die USA planen ein Abwehrsystem mit Basen in Osteuropa. Es soll Schutz gegen Raketen bieten, die von Terroristen eingesetzt würden, wird aber auch in Zusammenhang mit iranischen Atomplänen gebracht. In Tschechien soll ein Abwehrsystem, in Polen Abfangraketen für das Abwehrsystem stationiert werden, was in beiden Ländern eine heftige Diskussion ausgelöst hatte. Die polnische Regierung hatte erst kürzlich eine Expertise zu dem Thema in Auftrag gegeben, welche im Ergebnis mit zerschmetternder Kritik gespickt ist und durchweg dieses Abwehrsystem ablehnt. So heißt es denn, dass der US Abwehrschirm die polnische Sicherheit und Souveränität gefährde und Roman Kuzniar, Leiter des Polnischen. Instituts für Internationale Angelegenheiten, geht sogar noch einen Schritt weiter und suggeriert, dass dieses Abwehrschild einzig und alleine dazu dienen würde, die Zustände in der Welt noch zu verschlimmern.
Gerade Polen, unter Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski, welches derzeit verstärkt versucht seinen Einfluß auf die Nachbarn Ukraine und Weißrussland im Zuge der eigenen politischen Expansion mit Krampf zu vergrössern, würde mit einem solchen amerikanischen Projekt auf polnischem Boden, sich selbst jede Chance weiter östlich verbauen. Dies ist auch nur verständlich, denn wer möchte schon femde Raketen vor der Haustür stehen haben, auch wenn diese nur der Verteidigung des Nachbarn dienen sollen. Russland wird dies auch nicht anders sehen und hat bereits laute Kritik an dem Projekt geäussert und wahrscheinlich auch in diesem Zusammenhang an die eigene Sicherheit gedacht. So kommt es nicht von ungefähr, dass Präsident Wladimir Putin bei seiner Jahrespressekonferenz bereits die Aufrüstung mit modernster Raketentechnologie ankündigt und der russische Außenminister Lawrow sogar, wie in Zeiten des kalten Krieges, den überwiegenden Teil der russischen Staatskasse, für die Erneuerung und Aufrüstung der Armee fordert.
Deutschland dagegen, welches gerade erst, unter Helmut Kohl und Nachfolger Schröder, eine neue Ära und Freundschaft mit Russland aufgebaut hatten, soll nach Ansicht der CDU-CSU Politiker sich nun wieder gegen Moskau stellen, indem es sich an einem Projekt beteiligt, welches ganz klar gegen russische Interessen gerichtet ist. Der Schwachsinn von koreansichen- und iranischen Atomraketen, welche auch Polen und Deutschland langfristig bedrohen werden, kann doch nicht irgendwo ernsthaft diskutiert werden. Selbst wenn der Iran ein paar Bömbchen mit atomaren Sprengköpfen jemals produzieren würde und diese zum Abschuss brächten, wäre niemand ausserhalb des Mullahstaates gefährdet, denn schon die Israelis würden diese Raketen, kaum aus dem Silo gekommen, noch am Boden zerstören. An diesem Wochenende soll in München eine Sicherheitskonferenz stattfinden. Zu dem Treffen werden unter anderem Wladimir Putin und US-Verteidigungsminister Robert Gates erwartet. Wir dürfen gespannt sein auf die Analyse russischer Bedenken und vor allem die amerikanischen Argumente für dieses sinnlose Projekt.
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