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"Uns haben die Deutschen vertrieben und ausgeraubt" PDF Drucken E-Mail
Montag, 28. Januar 2008


VergrössernProfessor Mariusz Muszyński ist sehr vielseitig und hatte es geschafft sich mit dem schwierigen Thema "Deutschland und die Deutschen" nicht nur eine Professur zu ergattern, sondern sogar sich bis zum Berater der Kaczynski Brüder und zum Chef der Stiftung ?Polnisch-Deutsche Aussöhnung? hochzuarbeiten. Beide Jobs hat Muszyński allerdings nach dem letzten Regierungswechsel in Polen verloren, doch sein Erfindungsreichtum als antideutscher Publizist soll ihn jetzt wieder zu "gut belegtem" Brot verhelfen. In der neusten Ausgabe des Politmagazines "Wprost" versetzt er im Leitartikel den polnischen Nationalisten und sich selbst eine kräftige Adrenalininjektion, indem er behauptet, dass die Opfer von Vertreibungen eigentlich nur die Polen- und nicht die Deutschen waren. Überhaupt wären auch die Millionen von deutschen "Versetzten" garnicht nachvollziehbar und somit frei erfunden. Aber die Deutschen dagegen hätten über 2 Millionen Polen ausgeraubt, enteignet und vertrieben, wobei diese selbst "nur" ca. 1,5 Millionen "Versetzte" aufgrund allierter Beschlüsse melden könnten. Der Muszyński Artikel steht unter den Titeln "Wer hat hier wen vertrieben" und "Deutschland erwartet von Polen die geschichtliche Kapitulation". Das Deckblatt der aktuellen "Wprost" Ausgabe zeigt den polnischen Regierungschef Donald Tusk mit einem Handkarren als Vertreibungsopfer der von einer in Nazi- Uniform steckenden Erika Steinbach persönlich auf den "langen Marsch" geschickt wird.


Scharfmache gegen Familie von Erika Steinbach

Das Warschauer Polit- Magazin "Wprost" ist relativ populär und u.a auch eine bevorzugte Nationalistenlektüre. Antideutsche Publikationen sind nicht nur willkommen, sondern finden ihren Platz in der Regel auf der Titelseite. Über den Wahrheitsgehalt der Artikel muss die Redaktion sich offensichtlich keinen Kopf machen, denn einzig wichtig ist die Auflage, was man schon an den meist geschmacklosen Fotomontagen auf den Titelseiten erkennt. So kommt es nicht von ungefähr dass einige der bekanntesten antideutschen Polen regelmäßig in "Wprost" ihre Hetze hinterlassen. Zu diesen zählt nicht nur Professor Muszyński, sondern auch der jetzige Berater von Präsident Kaczynski Marek Cichocki, der die Deutschen am Liebsten in "der Versenkung" verschwinden lassen würde. Die neueste antideutsche Publikation durch Herrn Muszyński zeigt nun deutlich wie wenig Geschichtskenntnisse ein Mensch haben muss um sich auch noch Historiker nennen zu dürfen. Ein absolut krasses Beispiel in seinem Artikel zeigt beispielhaft die Qualität seiner Berichterstattung: "Der Vater von Erika Steinbach war ein deutscher Besatzungssoldat in Rumia (Rahmel Pommern) und seine Tochter kam in einem Haus zur Welt, woraus der Vater und seine deutschen Kollegen eine polnische Familie vertrieben hatten". Diese Theorie hat sich Muszyński einfach aus einer Aussage des ehemaligen polnischen Aussenministers und heutigen Berater von Donald Tusk Wladislaw Bartoszewski zusammengebastelt wie er es zur "Scharfmache" brauchte.

"Niemand hat die Deutschen vertrieben"
Die erneute schwere Attacke Muszyńskis kommt zeitlich nicht von ungefähr, denn immer noch steckt der "selbstgebackene Deutschlandexperte" mit den Kaczynski Brüdern unter einer Decke und Anfang Februar kommen bundesdeutsche Regierungsvertreter nach Warschau um Polens Führung zur Mitarbeit beim geplanten Berliner Zentrum der Vertreibungen zu gewinnen. Nun ist es an Muszyński hierzu die notwendige Anti- Stimmung in der Bevölkerung zu verbreiten. Seinen Gönnern, dem Ex- Premier Jaroslaw Kaczynski und seinem Präsidentenbruder Lech ist jedes Mittel Recht um einen gemeinsamen deutsch- polnischen Dialog oder gar Erfolg nachhaltig zu stören und dabei noch im Doppelschlag den jetzigen Regierungschef Donald Tusk wegen seiner Deutschfreundlichkeit wieder einmal zu kompromitieren. Doch egal ob diese deutsch-polnischen Gespräche fruchtbaren Boden finden werden, das Zentrum der Vertreibungen soll auf jeden Fall gebaut werden, "notfalls auch ohne Mitarbeit Polens" - hatte Karl-Georg Wellmann (CDU) umunwunden Warschau bereits wissen lassen. Muszyński: "In der ganzen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland opferte man keinem Thema so viel Geld, Zeit und politische Energie wie dem der Vertriebenen und die Doktrin und Rechtspraxis der BRD beschreibt absichtlich die "Umgesetzten" mit dem Wort "Vertriebene". 1945 in Potsdam wurden die Ereignisse einer angeblichen Vertreibung von den Allierten "Umsetzung" genannt. Dieser, auf den ersten Blick kleine, semantische Unterschied in der Rechtsauslegung soll nun Polen zum Täter machen. Vertreibung der Bevölkerung steht allerdings im Widerspruch zum internationalen Recht und bildet eine "expulsive" Verantwortlichkeit. In Wirklichkeit aber hat niemand die Deutschen vertrieben."

Hitlers Plan der ethnischen Säuberungen
Muszyński: Der Prozess der Planung von "Umsetzungen" hat schon zu Beginn des zweiten Weltkrieges eingesetzt. Die erste Etappe hatte ihre Quelle in den Auffassungen Hitlers nach einem einheitlisch ethnischen Großdeutschland. Rechtliche Auswirkungen bildeten hierzu anschliessend z.B. der "Ribbentrop ? Molotow Pakt", also der Vertrag mit dem Bundesgenossen Sowjetunion, der nicht nur den Osten Polens annektiert hat, sondern auch einige Ostsee- Anrainer Staaten. Zu dieser Zeit strömten deutsche "Rückwanderer" aus Lettland, Estland, Rumänien usw. in die durch die Nazis okkupierten polnischen Gebiete, die nach deutschem Recht heute den Status "vertrieben" haben. Inmitten dieser Massen die Eltern des heutigen deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler, der 1943 im polnischen Skierbieszów geboren wurde. So kamen ausser den Beamten der Okkupationsverwaltung auch willige Reichsdeutsche nach Polen um komplette Landwirtschaftsbetriebe, Geschäfte oder gar Fabriken zu übernehmen. Die polnischen Voreigentümer wurden nach Plan vertrieben um Platz für die großen Wellen deutscher Einwanderer aus Ost- und West zu schaffen. Diese "ethnischen Säuberungen" waren schon vor dem September 1939 in Vorbereitung. Großpolen, Pommern und ein Teil Schlesiens sollten komplett "polenfrei" gemacht werden. In diesen Gebieten lebten damals über 10 Millionen Menschen, hiervon 600 000 Juden und 600 000 Deutsche. Die Schaffung eines sog. reinrassigen großdeutschen Reiches hätte damit die Vertreibung von 9 Millionen Polen gefordert, was in den kommenden 5-10 jahren bewerkstelligt werden sollte.

"Vertreibung von Polen aus Pommern schon 1939"
Muszyński: Die ersten Vertreibungen von Polen fanden bereits 1939 in der pommerischen Stadt Gdingen (Gdynia) statt. Über 50 000 Menschen warf man einfach aus ihren Häusern. Ihre Wohnungen übernahmen anschliessend deutsche Beamte und Soldaten. Dank dieser Vertreibungsaktion wurde auch Erika Steinbach als Tochter eines Soldaten der Okkupationsarmee in Rumia (Rahmel) 1943 geboren. Laut Auskunft des Institutes für nationale Erinnerung (IPN) wurden in 1940 -700 000- Bewohner Großpolens (Wielkopolskie) aus der Region "geschafft". 900 000 aus den Regionen um Żywiec und 200 000 Polen warf man in den Gebieten der Weichselgabel und am San aus ihren Häusern, wobei diese Landstücke dann zu Truppenübungsplatz für die Wehrmacht ausgebaut wurden. Der tragische Prozess im Zusammenhang mit der Germansierung polnischer Kinder kostete ebenfalls 100 000 Vertreibungsopfer. 600 000 Menschen vertrieb man nach dem fehlgeschlagenen "Aufstand" aus Warschau, die Stadt wurde dem Erdboden gleichgemacht. Weitere offizielle Quellen sprechen von 1,65 bis über 2 Millionen "vertriebenen" Polen, allerdings sind diese Zahlen nicht für das gesamte Gebiet der damaligen II polnischen Republik genannt. Heute nehmen deutsche Umsiedler den Platz polnischer Opfer von Vertreibungen ein. Das ist ein Beispiel der Wirksamkeit der geschichtlichen Politik der Bundesrepublik Deutschland. Sie beinhaltet die Wissenschaft, die Kultur, die Geschichte und das Recht. Deutsche Juristen versuchen die "Versetzungen" und Enteignungen durch die Sieger des II Weltkrieges nun nachträglich auszuhebeln. Historiker verschmieren den Unterschied zwischen Täter und Opfer und die Massenmedien verbreiten dann die "neue" Geschichte.

Zwei Wahrheiten
Muszyński: Im Gegensatz zum Schicksal der Polen, wurden die Deutschen nicht vertrieben. Die "Umsetzungen" wurden bekanntlich im Rahmen internationaler Praxis zur Abwicklung der Folgen des II Weltkrieges durchgeführt. Diese "Umsetzungen" als Verbrechen am deutschen Volk zu bezeichnen, wäre eine Reinterpretation der Geschichte, die schon bei der Diskussion über die Zahlen der "Umsiedler" zusammenbricht. Der deutsche Vertriebenverband spricht bei dem Versuch seiner "Doktrin der Vertreibungen" einen wissenschaftlichen Unterbau zu verschaffen, über Millionen von Opfern in Folge der ungesetzlichen und unmenschlichen Vertreibungen durch Polen. Wobei von polnischer Seite es garnicht strittig ist dass man gleich nach dem Kriege etwas weniger als 1,5 Millionen Deutsche "umgesiedelt" habe. Doch diese Zahl war immer noch um mehr als 500 000 geringer in Anbetracht der mindestens 2 Millionen Opfern deutscher Vertreibungspolitik gegen Polen während der Nazizeit. In den Jahren 1950-1989 haben weitere ca. 800 000 Deutsche Polen verlassen. Woher stammen also diese deutschen Zahlen von vielen Millionen "Vertreibungsopfern" ? Sie sind einfach Ergebnis des deutschen Umgangs mit der Geschichte. in diesen Topf der "Umgesetzten" hat man einfach alles geworfen: Potsdamer Fälle und auch z.B. die Massen der Menschen die aus dem Osten 1944/1945 vor der roten Armee flüchteten. Die von uns umgesetzten Deutschen wurden in vollem Einverständnis mit den Siegermächten in organisierten Transporten durch Polen den jeweiligen Ortsbehörden in den verschiedenen Besatzungszonen zugeführt. Deutschland aber will nicht einmal den Unterschied erkennen, dass nämlich Polen dagegen, nachdem man sie ihres Vermögens beraubt hatte, in sog. Auffanglagern eingesperrt wurden, die in der Lebensqualität an Konzentrationslager erinnern, um dann ab 1941 als "Zwangsroboter" in Deutschland zu landen.

"Deutsche und russische Lügen beim Namen nennen"
Muszyński: Zahlreiche deutsche Einrichtungen in Polen die seit 1990 entstanden sind, angefangen von Parteistiftungen bishin zu wissenschaftlichen Instituten, betreiben hier eigentlich diese geschichtliche Politik. Sie disponieren über riesige Finanzmittel die dazu genutzt werden die Richtung der deutschen Politik in die polnische öffentliche Meinung einfliessen zu lassen, hierbei treten manche Vertreter solcher Einrichtungen in den polnischen Medien sogar als "unabhängige Sachverständige" auf. Darum sollten wir die deutschen Regierungsvertreter abblitzen lassen und ihnen noch unsere Meinung mit auf dem Rückweg geben, dass Warschau nicht bereit ist die deutsche Doktrin der Vertreibung zu legitimieren. Jeder polnische Historiker oder Unterstützer des deutschen Entwurfes für ein Vertriebenzentrum werden dies auf ihre und auf deutsche Rechnung machen. Polens Regierung muss darauf bestehen dass dieses Zentrum niemals entstehen wird, da dies sonst eine Hauptbedrohung für unsere gutnachbarlichen Beziehungen sein wird. Nicht zufällig begann das deutsch-polnische Verhältnis zu kriseln, als der Deutsche Bundestag im Jahre 1998 die Vertreibung der Deutschen als kontardiktorisch zu international geltendem Recht verurteilte. Auf diese Doktrin stützen sich bis heute auch die Vermögensansprüche zum Nachteil Polens. Nach den derzeitigen Anzeichen sieht es so aus das Polen den laufenden Kampf um die Geschichte gegen Deutschland verliert. Das ist auch eine Folge der polnischen Aussenpolitik von 1990 - 2005 und das Ergebnis der derzeitigen Passivität der neuen Regierung. Diese Passivität ist im Moment aber eine äusserste Naivität, denn nicht nur Berlin sondern auch Moskau führen heute gegen uns eine agressive Geschichtspolitik, was einer eigenen Fassung der Geschichte dienen soll. Uns geht es nicht darum eine eigene Fassung der Geschichte durchzusetzen, sondern um deutsche und russische Lügen beim namen zu nennen.

Die krampfhafte Suche nach Argumenten gegen ein Vertriebenenzentrum
Als Beispiele der Vertreibungen der Polen durch Deutsche, lassen die Autoren des "Wprost" Artikels ganze drei Zeugen zu Wort kommen. Es sind Schicksale am Rande eines mörderischen Krieges, bei denen die 3 Opfer sozusagen mit einem "blauen Auge" davonkamen und diese Beispiele überzeugen wenig, gemessen an den tatsächlichen Grausamkeiten des Krieges und den anschliessenden Vertreibungen mit horrenden Zahlen von Opfern von Mord, Raub und Vergewaltigung unter den Deutschen. Doch diese Beispiele zeigen ganz eindeutig wie wenig Mariusz Muszyński dem Ansinnen der deutschen Opfer der Vertreibungen entgegenzusetzen hat, obwohl er als gutbezahlter Präsident der Stiftung "Deutsch- Polnische Versöhnung" tagtäglich mit polnischen Klagen über deutsche Grausamkeiten zu tun hatte. Ganz offensichtlich weiss Muszyński garnicht wie sich die Vertreibungen von Deutschen abgespielt haben, oder er verschweigt dies ganz wissentlich um mit seinem Artikel auf keinen Fall Mitleid mit auch nur einem deutschen Opfer bei den polnischen Lesern aufkommen zu lassen. Leider wissen im heutigen Polen nur sehr wenige Menschen von den Grausamkeiten auch an deutschen Bewohnern Polens oder den Vertriebenen. Woher auch, denn es gibt offiziel keine polnischen Täter, sondern nur Opfer. Wer es sich dennoch wagt in Polen, im Zusammenhang mit den Deutschen, auch von "polnischen Tätern" zu sprechen, riskiert eine hohe Gefängnisstrafe wegen Volksverhetzung, oder aus anderem Vorwand. Nach der Lektüre dieses, sicherlich mit den Kaczynski Brüdern abgesprochenen Artikel Muszyńskis, der nicht mehr als ein müdes Lächeln in Argumentation und Aufmache hervorzaubern kann, fühlt man umso mehr die Notwendigkeit einer Erinnerungsstätte für Vertriebene, sowie deren Anerkennung durch die Verursacher.

Benedykt Wietrzykowski - Präsident des Vertriebenenverbandes Gdynia (Gdingen)
"Ich war fast 2 Jahre alt als der II Weltkrieg begann. Ich wohnte mit den Eltern und einer Schwester in einer Villa in der Stolper Strasse in Gdynia. Wir hatten dort auch ein Lebensmittelgeschäft. Am 15. Oktober 1939 um fünf Uhr morgens kamen deutsche Soldaten und befahlen uns die nötigsten Sachen einzupacken, das Haus zu verlassen und den Schlüssel in der Tür stecken zu lassen. In unserer Strasse sollten nun deutsche Offiziere wohnen. Mit einem Transport sind wir dann nach Krobia in Großpolen gekommen. Der vater versteckte sich, die Mutter fand Arbeit bei einem deutschen Wirt, meine Schwester und ich wurden von einer älteren Frau behütet, die uns auch ein Zimmer vermietet hatte. Ich hatte arische Züge, war blond und musste mich deshalb auch vor den Häschern der Nazis verstecken die im Rahmen ihrer Germanisierung es auf solche Kinder abgesehen hatten. Nach dem Krieg sind wir nach Gdynia zurückgekehrt und haben unseren Laden wiedererlangt. Dieser war vollständig verwüstet und im Keller fanden wir in einem Schutzraum tote Soldaten. Nach einer umfassenden Renovierung des Gebäudes kamen die Kommunisten und nahmen uns wieder einmal das Geschäft" - will Wietrzykowski sich erinnern.

Wladimir Nowak - Präsident eines Opferverbandes in Posen
"Als der Krieg ausbrach wohnten meine Eltern in der Allerheiligen Strasse in Posen (Poznan). Mein vater war Beamter, die Mutter arbeitete in einer Privatklinik. Im Februar 1940 wurden sie aus ihrer Wohnung vertrieben und in einem Lager in der Nähe der Hauptstrasse untergebracht. Zwei Wochen später transportierte man sie weiter zum Dorf Biadolin in der Nähe von Tarnow, wo meine Eltern den Landwirten helfen sollten. Doch meine Mutter bekam eine Stellung als Übersetzerin bei einer Behörde, da sie fließend deutsch sprach. Ich wurde schon während der Vertreibung im Jahre 1944 geboren. Nach dem Krieg kamen meine Eltern nach Posen zurück. Sie hatten Glück und bekamen ihre Wohnung in der Allerheiligen Strasse zurück. Doch diese war komplett ausgeplündert worden. Die Eltern mussten wieder ganz von vorne anfangen. Heute, in meiner Funktion als Präsident einer Geschädigtenvereinigung, streite ich mich tagtäglich mit dem deutschen Staat um Entschädigungen für begangenes Unrecht und verlorenem Vermögen. Ich möchte dass in Posen eine Stiftung entsteht, die solchen Leuten helfen wird, die ihre ganze habe verloren hatten" - erzählt Nowak

Joanna Bułhak - vom Vertriebenenverband in Lodz

"Ich war 12 jahre alt, als in der Nacht des 14. Januar 1940 deutsche Militäreinheiten unser Dorf in der Nähe von Lodz umzingelt hatten. Man wies meine Mutter an das Notwendigste zusammenzupacken und mit mir und meinem fünfjährigem Bruder das Haus zu verlassen. In dieser Nacht mussten alle 4000 Bewohner des Ortes auf diese Art und Weise ihre Häuser räumen. Wir wurden in ein Lager gebracht und mussten bei minus 30 Grad auf dem Fußboden schlafen und wurden zu den Mahlzeiten nie satt. Dort waren wir ganze 6 Wochen und wurden dann zu einem Dorf in einer anderen Region in die Nähe von Czestochowa gebracht wo ich in sehr jungem Alter schwere Feldarbeit verrichten musste. Auf der Flucht vor den Zwangsabfuhren der Arbeiter bin ich in einer Füllfeder Fabrik in Czestochowa untergekommen und arbeitete dort täglich 10 Stunden. Später gelang es mir eine Arbeit als Bürogehilfin in einer anderen Stadt zu finden. Nach der Befreiung von Lodz bin ich in meinen Heimatort zurückgegangen. Dort fand ich unsere Wohnung total leergeräumt vor. Ich bekam dann eine andere Wohnung durch den ehemaligen Bürgermeister von Lodz" - erzählte Frau Bułhak. Vor 18 jahren gründete Joanna Bułhak den Vertriebenenverband Lodz. Sie persönlich erhielt für den sechswöchigen Aufenthalt im deutschen Lager durch die Stiftung Deutsch-Polnische Versöhnung (deren Präsident Mariusz Muszyński war) eine Entschädigung in Höhe von 2500 Zloty. Ihr wurde der Status eines Kriegsopfers zugestanden.




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