Warschau - Die russische Nachrichtenagentur Interfax veröffentlichte einen neuen Hinweis auf die mögliche Absturzursache der polnischen Präsidenten- Tupolew am 10. April am Rande von Smolensk. Demnach sei das On-Board-Warnsystem gegen Hindernisse (TAWS) des Jets zumindest bei seinem letzten Flug abgeschaltet gewesen, teilte die Agentur unter Berufung auf eine Quelle der Behörde für Flugunfall- Untersuchungen mit, die angeblich dieses Ergebnis einer Blackbox der Maschine entnehmen konnte. Die Möglichkeit dass das Warnsystem des Flugzeuges garnicht oder nur eingeschränkt funktioniert haben könnte, wurde schon am Tage nach dem Absturz von polnischen Experten in Erwägung gezogen. Anders als viele Medien behaupten, war die polnische Tupolew keinesfalls in einem beklagenswerten Zustand und sogar mit neuesten Sicherheitssystemen bestückt, die natürlich kaum Nutzen bringen, wenn sie abgeschaltet werden.
Russische Behörden im Chaos
Nach dem Stande der Ermittlungen, aus der Sicht von Experten in Moskau, flog die Präsidentenmaschine bei Nebel zu tief, streifte dann eine Baum und stürzte in der Folge ab. Der einzige Augenzeuge der Katastrophe, ein polnischer TV- Journalist, will gesehen haben, dass die Tupolew mit einer ca. 40 Grad Neigung ziemlich schnell runterkam, was der Wahrheit auch nahe sein könnte, da das dann sich ergebende Trümmerfeld aussah, als wäre eine Bombe in dem Jet explodiert. Laut Experten des polnischen Luftfahrtamtes herrschte bei den russischen Kollegen und Behörden in Smolensk und Moskau das Chaos, Grund genug erst einmal alle Aussagen aus Russland zu dem Absturz mit einem Fragezeichen zu versehen.
War es en Attentat ?
Die Frage ist natürlich nun auch, wer könnte dieses Warnssystem abgeschaltet haben. Die Piloten? Magnetfelder ? Gab es einen Defekt ? Das Flugzeug befand sich bis Ende des Jahres zu einer Generalüberholung im russischen Samara. Am 7. April war sie mit dem polnischen Ministerpräsidenten Tusk in Smolensk und stand mindestens 6 Stunden, möglicherweise auch unbeaufsichtigt, hier herum. Zeit genug z.B. eine Zeitschaltuhr anzubringen. Jeder wusste, dass die Maschine drei Tage später mit Präsident Kaczynski zurückkommen wird. Ein Nebelwerfer und das Versetzen der Landelichter könnten dann der Sache den Rest gegeben haben. Wem diese Möglichkeit zu einfach erscheint, dem sei auch auf diejenigen Medien verwiesen, die für das Legen falscher Spuren zuständig sind, was ja in den letzten Tagen häufiger passiert. Ob Interfax dazu gehört ?
"Minister Klich zwang mich mit Staatsanwälten zusammenzuarbeiten"
Am Freitag beklagten sich die Ermittler der polnischen Luftfahrtbehörde, dass sie während ihrer Ermittlungen in Smolensk weder von der polnischen, noch von der russischen Regierung Unterstützung erhalten haben. Man habe sie vor Ort Staatsanwälten unterstellt welche ihnen auf ihre Finger schauten. Reden konnte man mit den Beamten nicht, da der polnische Verteidigungsminister Bogdan Klich das Hinzuziehen von Dolmetscher mit den Worten: "für die drei Tage an welchen Sie hier sein werden, brauchen Sie doch keine Übersetzer" für überflüssig erklärte - zitieren Medien den Leiter Staatliche Kommission für Flugunfalluntersuchungen (PKBWL) Edmund Klich (Namensgleichheit zufällig). Klich und seine Helfer mussten übrigens alle ihre Kosten in Russland selbst tragen.
Video: On Board System TAWS
"Die Existenz des TAWS- Gerätes an Bord vertieft das Geheimnis, warum der Jet im Wald landete und explodierte als die Piloten versuchten auf dem Smolensker Militärflughafen zu landen, sagten Flugsicherheit- Experten nach dem mysteriösen Absturz des Kaczynskis Jets. "Wenn das Sicherheitsgerät sauber arbeitete, wäre dies der erste Crash eines mit diesem System ausgerüsteten Flugzeuges seit seiner Einführung in den späten neunziger Jahren. Die in Russland gebaute Tupolew TU-154 war im vergangenen Jahr mit einem "Terrain Awareness and Warning System" (TAWS) ausgerüstet worden.
"Wir kennen keine Einzelheiten des Unglücks oder aus Untersuchungen"- sagte John Hamby, Sprecher des Herstellers der Geräte "Universal Avionics Systems" in den USA und fügte hinzu:" Die Systeme enthalten alle Karten der Welt und geben in Verbindung mit GPS Warnungen heraus, wenn ein Flugzeug zu nahe an Berggipfeln, Funktürmen oder anderen Hindernissen herankommt. Unfälle bei denen funktionierende Flugzeuge wegen Hindernissen abstürzten, gab es früher sehr viele. Unzählige Verkehrsmaschinen sind heute mit TAWS ausgestattet, was die Unfallstatistiken erheblich beeinflusste. Wenn ein Jet zu niedrig fliegt, gibt TAWS einen nicht überhörbaren Sirenenton ab und eine aufgezeichnete Stimme Fordert den Piloten zum "Pull up" auf.
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TAWS
Geschrieben von: Stephan () am 26-04-2010 10:43