St. Petersburg - Zu einem schweren Zugunglück ist es am späten Samstag Abend auf einer Trasse zwischen Moskau und St. Petersburg in Russland gekommen, bei dem nach letzten Angaben mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. 96 weitere Passagiere seien zum Teil schwer verletzt worden meldete das russische Fernsehen. Noch ist unklar wieviele Opfer es tatsächlich bei dieser Katastrophe gegeben hat, da die Retter noch nicht zu allen Passagieren durchgekommen sein sollen. Ein Sprecher der russischen Eisenbahngesellschaft sagte dem Fernsehen, dass drei Waggons des "Newski Express" entgleist seien, nachdem Passagiere eine heftige Detonation wahrgenommen haben wollen. Unter einem der Waggons soll sich ein Krater von etwa einem Meter Durchmesser befinden. Auf der selben Strecke hatte es im Jahre 2007 einen Bombenanschlag gegeben, der in einem Hochgeschwindigkeitszug 60 Menschen verletzte.
Das Unglück ereignete sich gegen 21.30 Uhr Ortszeit in der Region Nowgorod im Nordwesten des Landes, 285 km von Moskau entfernt. Nach Angaben russischer Medien sei es nach dem Entgleisen des Zuges zu Vorstufen von Paniken gekommen, deren Anwachsen aber noch rechtzeitig durch mitreisende Sicherheitskräfte der Bahn verhindert werden konnten. Zur Stunde wimmelt es am Orte des Unglücks nur so von Rettern, Polizei und medizinischem Personal. Passagiere sind auf den Fernsehbildern nur wenige auszumachen.
Die Nachrichtenagentur Interfax meldete mit Berufung auf Sicherheitskreise, dass es sich bei der Katastrophe um einen Anschlag gehandelt haben könnte. Der "Newski Express" wird von vielen Beamten und Politikern benutzt, da ein großer Teil der derzeit herrschenden Elite, mit Präsident Dmitri Medwedew und Ministerpräsident Wladimir Putin an der Spitze, aus St. Petersburg stammt.. Der Zug bestand aus 13 Waggons in denen laut Angaben der Bahngesellschaft auch um 3 Uhr des frühen Morgen noch etwa 150 Menschen gefangen sein sollen. Insgesamt habe man 653 Fahrkarten verkauft.
TV Vesti meldet, dass Präsident Dmitri Medwedew das Ministerium für Katastrophenschutz, den Geheimdienst FSB und den Generalstaatsanwalt beauftragt hat, die Umstände der Katastrophe und die Unterstützung der Opfer zu klären. Bereits Einberufen wurde auch eine außerordentliche Sitzung des Ministeriums für Notsituationen.
Artikel Datum: (28.11.09 Uhrzeit 01.05)
Update: 28.11.09 um 12.00 Uhr
Die Situation um den schweren Unfall eines Hochgeschwindigkeitszuges in Russland ändert sich von Minute zu Minute. Die offizelle Zahl der Todes Opfer hat sich nun bei 39 eingependelt. Unter den Verletzten sollen 50 Menschen im sehr ernsten Zustand sein. Medien melden allerdings weiterhin teilweise, wie schon am gestrigen späten Abend, 25 Todesopfer, andere Quellen bestätigen 32 Tote und etwa 100 Verletzte. Weiterhin werden 18 Passagiere vermisst die in den Trümmern der Waggons und auch den der Unfallstelle umliegenden Dörfern gesucht werden.
"Eine ultranationale Organisation Namens "Combat 18" behauptet den Zug durch eine Bombe zum Entgleisen gebracht zu haben" - sagte die russische Gesundheitministerin Tatiana Golikow im Rahmen einer speziellen Video-Konferenz mit Präsident Medwedew. Zu einem Terror-Anschlag gibt es aber bis zur Stunde noch keine offizielle Bestätigung.
Update: 28.11. um 20.00 Uhr
Die Befürchtungen der russischen Behörden haben sich offenbar bestätigt. Eine selbstgebaute Bombe soll demnach den Schnellzug zur Entgleisung gebracht haben. Nach Angaben eines Sprechers des Geheimdiensts FSB, soll die Bombe eine Sprengkraft von sieben Kilogramm Dynamit gehabt haben und möglicherweise ferngezündet worden sein. Wer hinter dem möglichen Anschlag auf den Newski-Express steckt ist angeblich noch nicht bekannt. Russische Medien behaupten, dass hinter diesem Anschlag eine nationalistische Gruppierung Namens "Combat 18" stecken könne, weil diese sich bereits zu dem Attentat bekannt habe.
Wer legte die Bombe ? Tschetschenen, Mafia, Geheimdienst ?
Nüchtern gesehen ist es kaum vorstellbar, dass eine solche Vereinigung wie Combat ein derartiges Attentat geplant und durchgeführt haben könnte. Man musste mit Hunderten von Toten rechnen. So bleiben nur die Tschetschenen, die regierungsnahe Mafia, oder der russische Geheimdienst als mögliche Täter übrig, denn im Unglücks- Zug befanden sich u.a. wichtige Politiker, mindestens zwei hiervon befinden sich unter den Toten.
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